Geschichte der Zuckertüte - Elisabeth Apotheke Dresden - jetzt aktuell Thema Grippeschutzimpfung

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Aktuelles > Archiv
Tradition aus Dresden – Geschichte der Zuckertüte
 
Am Samstag ist es soweit. Dresdens Erstklässler werden feierlich eingeschult. Gleich am Montag beginnt für die Sechs- und Siebenjährigen der Ernst des Lebens. Die Kindergartenzeit ist vorbei. Von nun an heißt es still sitzen, konzentrieren und lernen. Doch dies ist für die meisten der Jungen und Mädchen noch gar kein Problem. Die Vorfreude auf die Schule ist so groß, dass dies alles unwichtig erscheint. Zuerst steht ohnehin die große Zuckertüte im Vordergrund.  
Diese wird nicht überall so genannt, sondern trägt auch den weniger verbindlichen Namen Schultüte. Es ist eine ganz lange typisch deutsche Tradition, welche ihren Ursprung in Dresden hat. Unbestätigten Geschichten zu Folge war es um 1820, als ein Dresdner Vater seinem Jungen eine volle Tüte mit Süßigkeiten vom Konditor zum Schulanfang schenkte. Das war zu damaliger Zeit natürlich etwas ganz besonderes. Süßigkeiten waren längst nichts Alltägliches wie heutzutage. 
ArtikelbildKW3615
Schnell verbreitete sich der „Brauch“ über das Erzgebirge , Thüringen und Sachsen-Anhalt bis es irgendwann ein fester Bestandteil des Schulanfangs in ganz Deutschland wurde. Das dauerte aber bis in die Vorkriegszeit. Noch immer gibt es Geschichten und Überlieferungen, wonach es in den 30iger Jahren nicht normal war, dass in Bayern jedes Kind eine Zuckertüte bekam. 
Der Ernst des Lebens, welcher damals natürlich um einiges ernster war als heute, sollte mit der Tüte sprichwörtlich versüßt werden. Damals war die Schule noch sehr viel strenger als heute und eine Tracht Prügel mit dem Rohrstock gehörte genauso dazu wie strenge Schulkleidung, Ordnung und Disziplin.
Auch wenn die Schule über die Jahrzehnte für die Schüler immer humaner und erträglicher wurde, das Ritual der Zuckertüte blieb bestehen. Nur sind die Inhalte heute eben ganz andere. Eine Tüte nur mit Süßigkeiten füllen?  Da würde so mancher Nachwuchs seine Eltern aber enttäuscht anschauen. Längst sind in unserer materiellen Gesellschaft andere Schwerpunkte gesetzt.
Doch trotz aller Möglichkeiten sollten Eltern versuchen, den Sinn der Schultüte noch ein wenig zu erhalten. Deshalb sollten in der Tüte mehr Sachen landen, die auch wirklich irgendetwas mit Schule und Lernen zu tun haben bzw. in der Schulzeit wirklich gebraucht wird. Den Nachwuchs nur mit noch  irgendeinem Spielzeug zu beglücken ist nicht Sinn und Zweck der Zuckertüte. Es gibt inzwischen auch reichlich Auswahl an entsprechenden Lernspielzeugen.
Genauso sollte die Tüte nicht zu wörtlich genommen werden. Zucker hat im Grunde auch nichts in der Tüte zu suchen. Früher als der Name entstand, war Zucker auch noch Mangelware. Süßigkeiten waren etwas Seltenes. Heute, wo die Kinder ohnehin in fast jedem Lebensmittel versteckten Zucker konsumieren, sollten Eltern nicht noch unnötig die ungesunde Ernährungsweise ihrer Kinder fördern, indem eine Schokolade und eine Zuckerstange nach der nächsten aus der Zuckertüte kommt. Alternativen gibt es auch da reichlich, was nicht heißt, dass auf Süßigkeiten verzichtet werden soll. Während vor 100 Jahren ein Kind über die so seltene Schokolade in Freudentränen ausbrach, wird es für die meisten Schulanfänger wohl kaum ein Freudensprung wert sein. Eine Zuckertüte ganz ohne Süßes dürfte allerdings auch nicht gerade viel Freude verbreiten. Wie immer gilt: Die gesunde Mischung macht es!
 
Besucherzaehler
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü