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Zecken – So werden Sie die Biester wieder los

Schönster Sonnenschein und 30 Grad im Schatten, wie schön ist es jetzt im schattigen Wald zu wandern oder sich an die Elbwiesen zu legen. Auch das saftige Grün im Großen Garten lädt zum Verweilen ein. Doch so schön die Idylle scheint, sie ist es nicht. Die Gefahr lauert schon am nächsten Grashalm und das auch im eigenen Garten.
Sommerzeit ist leider auch Zeckenzeit. Ob Großer Garten oder Tharandter Wald, ob Dresdner Heide oder Elbradweg, die Zecken können überall sein. Gerade an Waldrändern sind diese unangenehmen, kleinen Biester zahlreich zu finden. Doch nicht nur im Wald, auch in der Stadt können sie in jeder Wiese lauern. Und das nicht nur im Sommer. Auch wenn gerade die Hochsaison der Zecken ist, selbst im Frühjahr, Herbst und milden Wintern lauern die Zecken auf ihre Opfer. Nun  ist so ein Zeckenstich eigentlich nicht weiter schlimm. Er ist kaum zu merken und tut nicht weh.
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Doch die Zecken sind schlimme Krankheitsüberträger. Während sie sich, nachdem sie angedockt haben, mit Blut vollsaugen, übertragen sie möglicherweise Borreliose und FSME. Zwei Krankheiten mit denen nicht zu spaßen ist. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit, die bei Patienten schlimmstenfalls zu einer Hirnhautentzündung führen und tödlich enden kann. Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, welche durch das Bakterium „Borrelia burgdorferi“ ausgelöst wird und dabei jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen kann.
Sich komplett gegen einen Zeckenstich zu schützen, ist kaum möglich. Selbst das Tragen langer Kleidung ist kein Garant sich vor Zeckenangriffen zu wehren. Und wer möchte im Sommer schon den ganzen Tag mit langen Sachen herumlaufen?
Die Empfehlung nur mit langen Sachen in den Wald zu gehen, wird längst auch nicht mehr von allen Experten gegeben.  In langer Kleidung wird nämlich das hochkrabbeln der Zecke oft gar nicht bemerkt, während sie am nackten Bein dagegen schnell entdeckt und einfach weggewischt werden könnte. Zudem wird das andocken der Zecke durch Kleidung vereinfacht. So eine kleine Zecke schafft es übrigens in ca. sieben Minuten das Bein herauf zu krabbeln.
Es gibt eine Menge an Mittelchen, welche angeblich Zecken abwehren sollen, deren Wirkung aber wohl eher eine Glaubensfrage ist. Schaden kann es jedoch nicht, sich vor dem Aufenthalt im Wald damit einzureiben, denn auch wenn ein Test der Stiftung Warentest gleich 12 von 20 getesteten Mitteln als mangelhaft einstufte, ein bis zwei Stunden helfen die meisten Mittel aber doch. Einen 100%igen Schutz bietet allerdings nichts.  Wenn es sich vermeiden lässt, dann sollten daher Abstecher in hohe Gräser und ins Unterholz vermieden werden. Gerade im Wald sollten Wanderer und Spaziergänger lieber auf den breiteren Waldwegen bleiben. Das Risiko einer Zecke über den Weg zu laufen, ist da einfach um ein vielfaches geringer, als beispielsweise auf der ungemähten Elbwiese.
Am besten ist sich nach Outdoor-Aktivitäten immer am gesamten Körper nach eventuellen Zecken abzusuchen und sofort unter die Dusche zu springen! Zecken beißen nämlich nicht sofort zu. Sie suchen sich meist über mehrere Stunden einen geeigneten Ort am Körper und das ist die Chance, sie sofort wieder loszuwerden. Allerdings sollte sehr gründlich geduscht werden, da die Zecken sich sogar gerne einmal in den Ohren verstecken. Hat die Zecke sich aber erst einmal fest gebissen, dann hilft auch kein duschen mehr. Wer also erst noch lange herum sitzt und akklimatisiert, der läuft Gefahr, dass die Zecke zubeißt. Je länger die Zecke schon am Blutsaugen ist, desto höher ist das Infektionsrisiko. Deshalb ist es wichtig, sich nach den Zecken abzusuchen und diese sofort zu entfernen. FSME überträgt die Zecke sofort, während das Borreliose-Bakterium erst nach ca. 8-12 h des Saugens abgegeben wird. Besonders beliebte Stellen der Zecken sind Arme, Kniekehlen, Hals, unter dem Gürtel und vor allem der Schritt. Wer eine Zecke gefunden hat, sollte aber nicht aufhören, sondern sich weiter komplett nach den Biestern absuchen. Es könnten durchaus auch mehrere Zecken auf der Suche nach einer guten Blutmahlzeit sein.
Es gibt viele Mythen über das Entfernen von Zecken. Das reicht vom abbrennen der Zecke bis hin zum Beträufeln mit Essig und Öl. „Von solchen Mitteln ist jedoch dringend abzuraten, weil dies im schlimmsten Falle die Infektion sogar noch verstärken kann“, weiß Apothekerin Frau Kleine-Natrop.
Die Zecken, welche eigentlich nicht beißen sondern stechen, haben Widerhaken mit denen sie sich an der Haut fest krallen. Zusätzlich produzieren sie nach einer Weile noch eine Art Klebstoff, mit welchem sie sich an der Haut festkleben. Es wird beim Entfernen also einen Widerstand geben. „Wichtig ist, egal ob die Zecke mit einer Zeckenzange, -karte, -pinzette, -schlinge oder sogar schlicht mit den Fingern entfernt wird, dass sie so nah wie möglich an der Haut gegriffen wird, um sie möglichst im Ganzen herauszuziehen oder zu drehen und das Zerquetschen der Zecke zu vermeiden“, so der Rat der Apothekerin.  Denn wird die Zecke zerquetscht, könnten eventuell gefährliche Körperflüssigkeiten abgegeben werden. Es besteht leider immer noch keine Einigkeit bei der Art der Entfernung von Zecken. Je nach Hersteller von Zeckenentfernern variiert die Empfehlung zwischen drehen und ziehen.
Besonders kleine Zecken sind dabei mit einer Schlinge besser zu fassen als mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte.  Mit bloßen Händen ist Vorsicht geboten.  Die Zecke sollte nicht zerquetscht werden und nach Möglichkeit darf auch nichts in der Haut stecken bleiben. Da sind sehr sensible Hände gefragt. Das geht eigentlich nur bei sehr frischen Stichen, wenn die Zecke dagegen schon mit Blut vollgesaugt ist, muss davon absolut abgeraten werden, weil die Finger viel zu grob sind. Da muss ein geeigneter Zeckenentferner benutzt werden.
Das Herausdrehen besser ist als ziehen, bestätigt ebenfalls eine Untersuchung des Departement of Medical Microbiology, University of Limburg, Maastricht, wo im Jahr 1993 beide Arten miteinander verglichen wurden. Die Empfehlung der Untersuchung war, die Zecke zu drehen, weil da weniger Risiko besteht, das gefährliche Teile der Zecke drin stecken bleiben. Auch Hersteller von Zeckenzangen (z.B. Dr. Schick GmbH) empfehlen daher das Herausdrehen der Zecken. Fachliche Argumente für das ewig lange Ziehen oder irgendeine Studie die das Ziehen empfiehlt, sind trotz Recherchen unbekannt. Die Widerhaken lösen sich durchs Drehen schneller und die Zecke erlebt dadurch wesentlich weniger Stress, was die Wahrscheinlichkeit die Zecke zu verletzen, und dass sie Erreger überträgt, wesentlich reduziert.
Wenn die Zecke hautnah gegriffen ist, wird sie langsam und kontrolliert ein Stück schnell 360° gedreht und  weg gehoben, ohne dass sich die Haut hebt, über den Widerstand herausgezogen.  Egal ob Befürworter des Drehens oder des Ziehens, einig sind sich alle, dass auf einen kräftigen Ruck lieber verzichtet werden sollte, denn die Zecke könnte in die Länge gezogen werden und reißen. Dass der Kopf der Zecke nicht stecken bleiben darf, war jahrelang ein weiterer Zeckenmythos. Wenn Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben, so handelt es sich meistens nicht um den „gefährlichen“ Zeckenkopf sondern nur um Restteile der Zecke wie die Mundwerkzeuge, welche nach einiger Zeit von selber herauskommen. Allerdings könnte sich die Stelle entzünden. Wer wirklich unsicher bei der Zeckenentfernung ist, sollte sich auch nicht scheuen einen Arzt aufzusuchen. Wichtig ist, dass die Zecke so schnell wie möglich herauskommt und sie sich nicht vollsaugen kann.
Nach dem Entfernen sollte der Zeckenstich mit Alkohol desinfiziert werden. Bildet sich in den nächsten Tagen und Wochen eine Wanderröte um den Einstich oder wird es dick und schmerzt, muss auf jeden Fall ohne Zögern ein Arzt aufgesucht werden! Sachsen gehört laut Robert Koch Institut jedoch nicht zum FSME-Risiko-Gebiet, was aber nicht heißt, dass es hier keine FSME-infizierten Zecken gibt. Nur eben nicht so viele wie z.B. in Süddeutschland. Die gute Nachricht – gegen FSME gibt es einen Impfstoff. Wer also häufig in Wäldern und auf Wiesen unterwegs ist, sollte auf jeden Fall darüber nachdenken sich impfen zu lassen. Gegen Borreliose kann man sich leider nicht vorab schützen.
Viele Patienten, bei welchen Borreliose diagnostiziert wird, können sich übrigens an keinen Zeckenstich erinnern bzw. sind sich dessen Zusammenhang nicht bewusst. Deshalb ist es sicherlich nicht verkehrt sich das Datum und die Stichstelle des Zeckenstichs zu notieren. Außerdem sollte man die Zecke aufheben, für eventuelle Tests im Labor, nur in der Zecke ist es einfach die Erreger zu finden, siehe www.zeckenlabor.de. Wenn es ein paar Wochen später zu Borreliose Symptomen kommt, kann dieser Hinweis dem Arzt sicher helfen. Nicht jeder bekommt nämlich auch die Wanderröte um den Einstich. Das frühe Stadium einer Borreliose-Erkrankung (einige Tage bis Wochen nach einem Stich) zeigt Symptome wie Unwohlsein und Fieber (ähnlich einem grippalen Infekt).
Übrigens könnten die Zecken beim Ausziehen der Kleidung immer noch darin stecken. Die Sachen sollten daher nicht achtlos irgendwo hingeschmissen werden, die Zecken können unter Umständen auch noch tagelang in der Wohnung  überleben und zu einem späteren Zeitpunkt zuschlagen. Deshalb Kleidung und Schuhe ebenfalls nach Zecken absuchen. Bloßes waschen reicht nicht, es sei denn 50Grad aufwärts. Die meisten Sachen vertragen aber nur 30 Grad. Eine Runde im Trockner überleben die Zecken ebenfalls nicht. Wer sich mit samt der Kleidung in der Wohnung auf Couch oder gar Bett setzt oder legt, der lebt unnötig gefährlich. Auch im Bett oder im Sofa können die Biester noch tagelang überleben. Zeckenexperten empfehlen daher die Kleidung in der Sonne aufzuhängen oder über einem weißen Laken auszuschütteln. Da sieht man dann, ob Zecken darin waren. Erst ab einer Körpertemperatur von über 42 Grad stirbt die Zecke wirklich.
Daher ist es recht einfach, die Biester im Auto wieder los zu werden. Denn auch da überleben die Zecken natürlich in den Ritzen der Autositze durchaus lange. Aber nicht, wenn das Auto einfach mal ein paar Minuten in der prallen Sonne geparkt wird.
 
Bei aller Gefahr sollte sich jedoch niemand die Lust „auf Draußen“ vermießen lassen. Letztlich geht nicht von jeder Zecke Borreliose und FSME-Gefahr aus.  Laut Synlab Zeckentestlabor ist nur ca. jede dritte Zecke mit Borreliose infiziert. Da laut Studie ca. 27% davon an Menschen übertragen werden, sind aber etwas Vorsicht und Sensibilität für die Zeckengefahr angebracht. Die Zeiten, wo im Sommer einfach mal die Decke ausgepackt und im Großen Garten oder an den Elbwiesen gefahrlos ins ungemähte Gras gelegt wurde, sind vorbei. Wenn es denn je eine gefahrlose Zeit gab. 
 
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